23-06-10

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17.06.2010 Zwischenbericht von Sarah Distelkamp

Seit dem 02.12. bin ich nun also in Nicaragua – eine ganz schön lange Zeit! Mal kommt es mir vor, als sei ich gestern erst angekommen, und mal ist es, als lebe ich schon immer hier. Ich habe mich schon an so vieles so stark gewöhnt, es ist einfach zu meinem Alltag geworden- und anderes überrascht mich jeden Tag von Neuem!
Zuerst habe ich ja einen Monat und drei Wochen in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas, verbracht. Dort wohnte ich bei einem guten Freund des mich unterstützenden waltroper Städtepartnerschaftsverein Solidaridad e.V. , Roberto Vallecillo. Roberto leitet das vom Verein geförderte Projekt “Son del Pueblo”, ein Jugendprojekt. Die Situation der Jugendlichen in Managua ist nämlich nicht sehr einfach. Es gibt kaum Möglichkeiten, sich sinnvoll zu beschäftigen oder auch um den ganzen Stress mal abklingen zu lassen. Viele geraten deswegen auf Abwäge und beginnen aus Langeweile und Frust mit Diebstählen, Drogenmissbräuchen und Ähnlichem. Son del Pueblo bietet ihnen eine Alternative! Es werden verschiedene Projekte im Bereich Kultur, Sport und Kunst angeboten. Roberto, der selbst jahrelang professionell getanzt hat, leitet eine Tanzgruppe von momentan 15 Teilnehmern zwischen 14 und 21 Jahren. Das Gesamtprojekt Son del Pueblo ist bereits so gut organisiert und strukturiert, sodass ich selbst kein neues Projekt in die Hand genommen habe, sondern so gut ich konnte in eben dieser Tanzgruppe und einem Kunstkurs für Kinder mitgewirkt habe. Dieser Kunstkurs wird von einem Jugendlichen von Son del Pueblo geleitet, der Kunst studiert. Mit auf gesammelten Müll (und den gibt es in Managua ja nur zur Genüge auf den Strassen…) bastelten wir Skulpturen.
Des Weiteren habe ich meine Anfangszeit genutzt, um mich in Nicaragua einzugewöhnen und auch meine Spanischkenntnisse aufzubessern, indem ich einen momentan arbeitslosen Jugendlichen der Gruppe bat mich zu unterrichten. So hatte dieser die Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen, etwas von meiner Kultur kennenzulernen und durch einen Job auch neues Selbstbewusstsein zu bekommen, ja und ich bekam eben Spanischunterricht. Wenn auch nur in so einem kleinen Maßstab, war dies ein kleiner Schritt in die Richtung, die ich von Anfang an gehen wollte: ein Austausch sollte mein Aufenthalt hier werden, und nicht ein einseitiges Weitergeben irgendwelcher Fähigkeiten. Vorab kann ich nach 5 Monaten berichten, dass ich es einigermaßen geschafft habe, mir dieser Linie treu zu bleiben.
Um ein wenig den Kulturaustausch zu fördern und natürlich weil ich schon ein wenig das gute Essen in Deutschland vermisse, habe ich Kuchen gebacken und die Rezepte an Carlos weitergegeben, da alle sehr begeistert waren, vor allem von dem Apfelkuchen.
Auch habe ich die anfängliche Zeit genutzt, um mir etwas von dem Land, in dem ich ja 9 Monate verbringe, anzuschauen, damit ich dies nicht irgendwann mache, wenn ich mitten in einem Projekt stecke. Durch das Reisen ist mir Nicaragua sehr ans Herz gewachsen ist. Ein wirklich schönes Land mit leider viel zu viele Problemen…
Doch nicht nur in den ersten Monaten habe ich mir viel vom Land angeschaut, auch weiterhin halte ich es für sinnvoll, das Land und seine Verschiedenheiten kennenzulernen, mit all seinen Strukturen, Problemen und den unterschiedlichen Gedanken und Gefühle der hier lebenden Menschen. Deshalb nutze ich vor allem die mir durch das Nicanetz e.V., welches meine Vor- und Zwischenseminare geleitet hat, gebotene Chance, andere Freiwillige, die ich mittlerweile als gute Freunde betrachte, zu besuchen um deren Projekte und ihr ganzes jetziges Leben in Nicaragua kennenzulernen, inklusive Gastfamilie, Freunde, Freizeit und mehr.
Am 21.01.2010 bin ich schließlich auf nach San Miguelito, der Partnerstadt Waltrops, meinem Heimatort. Dort wurde ich von meiner Gastmutter Frieda empfangen, nach einer echt anstrengenden circa 7 stündigen Busfahrt ,in der ich mich nicht getraut hatte in den Pausen auszusteigen um die sanitären Anlagen aufzusuchen, da ich Angst hatte, der Bus führe mir vor der Nase weg! Also man kann sich sicher vorstellen, wie unangenehm der ruckelige Weg mit einer vollen Blase war…

Die ersten 2 Wochen hier habe ich ausschließlich im vom Verein unterstütztem und von meiner Gastmutter gegründetem Projekt “ Tallercito tipico “ gearbeitet. Dies ist eine Nähwerkstatt, in der ausschließlich Frauen beschäftigt sind, da der Arbeitsmarkt für Frauen in einer kleinen abgeschiedenen Kommune wie San Miguelito, noch bitterer aussieht. Die Arbeit im Tallercito bereitet mir viel Vergnügen, auch wenn natürlich alle wesentlich besser nähen als ich. Durch das lockere Arbeitsverhältnis bekam ich während des Nähens durch die Gespräche der Frauen einen guten Einblick in deren Leben bekommen. Neben dem Nähen habe ich auch die Gitter vor den Fenstern neu gestrichen und war mit einer Näherin unterwegs, die mehrere Tage die Woche in verschiedene Kommunen außerhalb San Miguelito fährt, um dort Gruppen von Frauen das Nähen beizubringen Das ist wirklich sehr interessant für mich. Ich bewundere diese Arbeit und freue mich, dies unterstützen zu können.
Nach diesen 2 Wochen habe ich angefangen, Englischunterricht in der Schule “Cristo Redentor” zu geben. Ich hielt es für besonders notwendig, da es keine Englischlehrer an dieser Schule gibt und Englisch ja nun für vielerlei Berufe wichtig ist. Ich war auch ganz optimistisch, da ich ja bereits in Deutschland sehr viel Nachhilfe in Englisch gegeben habe und die Arbeit mit Kinder mir ja schließlich auch nicht ganz fremd ist. Mittlerweile jedoch zweifle ich den Wert dieser Arbeit an, bzw. habe ich meine Prioritäten des Unterrichts geändert. Zuerst wollte ich unbedingt, dass die Kinder viel Englisch lernen, das ist ja auch das naheliegende Ziel des Englischunterrichts. Da ich aber jedoch nach einiger Zeit mitbekommen habe, dass ja nach mir wieder kein Englischlehrer an die schule kommt, um zu unterrichten, empfand ich den Unterricht als sinnlos, da das, was man also in den paar Monaten, die ich hier unterrichte, lernt, man ja sicher wieder vergisst, wenn man danach nicht mehr darin geschult wird. Vor allem in einer Fremdsprache. Das hatte mich ganz schön deprimiert, zu bemerken, das meine Arbeit irgendwie nicht nachhaltig ist. Mittlerweile bin ich jedoch zu der Auffassung gekommen, dass ich nur einfach nicht mehr den Schwerpunkt aufs Englische setzen sollte, sondern dass es allgemein ums Lernen geht. Denn meiner Meinung nach wird die Schule hier viel auch zur Erziehung der Kinder genutzt, weil die Erziehung ja in vielen Haushalten fehlt… So versuche ich spielerisch Englisch zu vermitteln, aber auch das Sozialverhalten der Kinder zu fördern. Mir ist nämlich aufgefallen, dass die Schüler hier alle nur nach ihrem eigenen Wohl schauen und gar keine Klassengemeinschaft herrscht. Durch Gruppenspiele und auch Gruppenarbeiten, wo die Kinder sich gegenseitig helfen sollen, versuche ich also sie zu ein wenig mehr Solidarität zu erziehen. Das klappt schon recht gut, wenn man bedenkt, dass die “guten” Schüler am ersten Tag der Gruppenarbeit einfach den schwächeren Schülern ihre Aufgaben übernommen haben, statt nur zu unterstützen und sie nun jedoch verstanden haben, dass jeder Schüler etwas Gutes beitragen kann und sie nun wirklich gemeinsam Sachen erarbeiten. Dieser Fortschritt freut mich wirklich sehr. Vor allem da auch den anderen Lehrerinnen meine Unterrichtsmethoden gefallen und sie langsam beginnen Teile davon zu übernehmen. So ist der erste Schock, in dem ich dachte, meine Arbeit sei nutzlos hier, verflogen und ich denke, auch wenn es nur kleinere Veränderungen sind, kann ich da ein wenig stolz auf mich sein.
Was mich jedoch immer noch stört und ich auch bezweifle, dass sich da in der verbliebenen Zeit noch was ändern wird, ist, dass ich nie in Dinge eingeplant werde, oder dass ich Informationen erst sehr spät bekommen. Man geht einfach immer davon aus, dass ich es schon irgendwoher wüsste. Beispielsweise komme ich in die Schule und die Kinder fragen mich: “ Schreiben wir denn heute keinen Test? In allen Klassen werden doch diese Woche Tests geschrieben!” Ja und dann stehe ich dort ganz unwissend und ohne vorbereiteten Test natürlich, weil mich darüber niemand informiert hat. So was passiert dauernd und zu anfangs war das wirklich sehr problematisch für mich, aber man gewöhnt sich natürlich an alles, zumindest in einem annehmbaren Rahmen, denn wie gesagt, es stört mich immer noch.
Des Weiteren habe ich begonnen, 4 Jungs neben der Schule Deutschunterricht zu geben. Dies war gar nicht meine Idee, der Wunsch kam von den Kindern selbst. Und auch hier setze ich den Schwerpunkt nicht auf den Spracherwerb sondern sehe den Kurs als sinnvolle Freizeitbeschäftigung, in der eben auch wieder mir wichtige Werte vermittelt werden. Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag treffen wir uns für eine halbe Stunde, die jedoch was jedes Mal zu einer vollen Stunde ausgedehnt wird, da die Schüler an einigen Spielen so sehr Gefallen haben. Dies und auch das relativ kontinuierliche Erscheinen der Jungs zeigt mir, dass der Kurs ihnen Spaß bereite, womit zumindest eines meiner Ziele erreicht wäre.
Um den Projekten meines Vorgängers Matthias wieder etwas Leben einzuhauchen, besuchte ich einen Kurs in dem ich lernte, wie man Schmuck wie Ohrringe, Armbänder und Ketten in verschiedenen Stilen herstellt. Dieses Wissen wiederum gab ich dann in einem selbstgeleitetem Kurs hier in San Miguelito weiter. Fünf der zehn Teilnehmer sind so begeistert von dem Ganzen gewesen, dass sie aus dem Wochenendprojekt einen Dauerbrenner machten. Noch heute treffen wir uns jeden Abend um gemeinsam an neuen Schmuckkreationen zu basteln. Höhepunkt soll ein gemeinsamer Verkaufstand im Stadtzentrum werden. Die Einkünfte sollen dann verwendet werden, um neues Material zu kaufen, denn der Kurs soll auch danach noch weitergeben. Es freut mich wirklich, dass diese Idee so gut ankommt, da es nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern auch eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, bietet.

Ich habe mir im Vorfeld leider die Illusionen gemacht, ich sei hier um “die Welt zu verändern”. Deshalb war natürlich die Enttäuschung groß, als ich bemerkte, was ich denn wirklich “nur” machen kann. Daher hatte ich zeitweise eine kleine Tiefphase, in dem ich meinen ganzen freiwilligen Dienst stark in Frage gestellt habe. Durch die Einsicht, dass man aber auch mit kleinen Schritten was verändert und eben nicht mit der Tür ins Haus fallen muss, sondern das Entwicklungsarbeit ein langsamer aber stetiger Prozess ist, habe ich diese Phase überwunden und fühle mich wohl und auch nützlich hier in Nicaragua. Trotzdem freue ich mich natürlich schon jetzt auf meine Rückkehr in meine Heimat, in der ich auch weiterhin meine Entsendeorganisation zu unterstützen möchte, und sei es auch eben nur in kleinen Schritten. Denn das habe ich ja schließlich hier gelernt: Entwicklungsarbeit klappt nur, wenn viele Leute kleine Schritte gehen. So kommen wir alle gemeinsam einen großen Schritt voran.

 

28.04.2010 Tallercito Típico

Das Gehalt lässt seit bereits über drei Monaten auf sich warten. Die Arbeitszeit beträgt 10 Stunden täglich von Montag bis Samstag und der Verdienst verläuft sich auf circa einen Euro pro Tag. Mal mehr, mal weniger. Eine gewisse Sicherheit bietet der Arbeitsplatz wohl eher nicht. Aber gerade als Frau sollte man ja froh sein, überhaupt eine Arbeit bekommen zu haben. Die Arbeitslosigkeit wird von Experten auf fast 50 % geschätzt, davon wesentlich mehr Frauen als Männer.(  hier hab ich auch dauernd was anderes gefunden, wenn du da genauere Zahlen hast, her damit ;) )

Huch, wo sind wir denn hier? Sicherlich nicht in Deutschland. Nein.

Willkommen in Nicaragua, einem Land, in dem es von den oben geschilderten Problemen nur so wimmelt!

Deshalb unterstützt u.a. der Waltroper Städtepartnerschaftsverein Solidaridad e.V. ein Projekt gegen eben solch schlechte Arbeitsbedingungen hier in unserer Partnerstadt San Miguelito: das Tallercito tipico.

Denn die 2007 gegründete Nähwerkstatt bietet gerade Frauen einen sicheren Job mit regelmäßiger und fairer Bezahlung. Da ich u.a. auch in diesem Projekt tätig bin, habe ich einen guten Einblick in das Ganze und wollte diesen Ihnen als Leser nicht vorenthalten.

Bereits an meinem ersten Arbeitstag wurde ich sehr herzlich von den insgesamt elf Frauen ins Team aufgenommen. Das lockere Arbeitsklima gefiel mir von Anfang an: hier und da mal ein Plauschchen halten, mal eben kurz ein paar Besorgungen im Dorf erledigen oder einfach mal eine kleine Pause einlegen können. Die Näherinnen bestimmen nämlich selbst über ihr Arbeitstempo, da sie nicht nach Zeit, sondern pro Stück bezahlt werden. Arbeitsdruck entsteht also nicht.

Aufgrund der meist sehr hohen Anzahl an Kindern und der u.a. durch fehlender Technik wesentlich zeitaufwendigeren und schwereren Aufgaben im Haushalt ( z.B. das Waschen per Hand), die hier fast grundsätzlich zum Aufgabenfeld der Frau gehören, ist es vielen Nicaraguanerinnen nicht möglich, einen festen Arbeitsplatz und somit auch Unabhängigkeit zu bekommen. Das Tallercito stellt den Arbeiterinnen jedoch frei, ob sie Ganz- oder Halbtags arbeiten wollen, sodass sich Familie, Haushalt und Arbeit prima kombinieren lassen.

Hergestellt wird hier übrigens so ziemlich alles, was man mit einer Nähmaschine zaubern kann. Das Angebot reicht von Hemden und Hosen über Decken und Kissenbezüge bis hin zu typisch nicaraguanischen Tanzgewändern. Eben alles, was der Kunde wünscht.

Doch trotz der hohen Vielfalt an Angeboten und dem zurzeit wirklich gut gehendem Geschäft, könnte sich das Tallercito tipico nicht allein über Wasser halten ohne die Garantie auf fairen Lohn aufgeben zu müssen. Denn immer wieder fallen zusätzliche Kosten an, die nicht allein durch den Gewinn des Verkaufes gedeckt werden können, beispielsweise Fahrtkosten, um die Stoffe einzukaufen, Reparaturkosten bei Defekten und alleine die monatliche Strom- und Wasserrechnung. Daher übernimmt der Waltroper Städtepartnerschaftsverein  Solidaridad e.V. einige der anfallenden Kosten, um eine angemessene Bezahlung garantieren zu können.

Auch kann das Tallercito Tipico den Arbeiterinnen keine richtige Krankenversicherung bieten. Doch auch hier helfen Freunde und Förderer aus dem Ausland weiter. So finanziere ich beispielsweise mit einem Teil der von mir zuvor in Deutschland gesammelten Spenden ( an dieser Stelle noch mal ein großes Danke) einen Besuch der Arbeiterinnen beim Gynäkologen.

Die Vorstellung des Lebens auf dem Land, wo die Ärmsten der ohnehin schon armen Bevölkerung wohnen, ist für uns als Europäer, die eventuell noch nie zuvor in einem Land wie Nicaragua ( zweitärmstes Land Lateinamerikas!) waren, wirklich sehr schwierig. Meist lebt man auf dem Land in einer spärlich zusammengezimmerten Holzhütte, bedacht mit Palmenblättern ( siehe Foto 9). Wasser zum Kochen und Waschen muss erst von einer meist weiter entfernten Wasserstelle geholt werden und gekocht wird über einer kleinen Feuerstelle. Eine Dusche gibt es nicht, auch Türen werden durch Stoffvorhänge ersetzt. Da die Hütten kein Fundament besitzen, sondern einfach auf dem Erdboden erbaut werden, ist es besonders in der Trockenzeit sehr staubig, mangelnde Hygiene und das Zusammenleben mit Vieh fördern die vielen Erkrankungen, die wiederum durch fehlende Bildung spät erkannt werden und ebenso durch fehlendes Geld oft viel zu spät oder auch gar nicht, behandelt werden. Zudem fehlt auch jegliche Privatsphäre, da die meist sehr großen Familien sich ein Schlafzimmer teilen.

Um aus dieser Armut herauskommen zu können, hilft nur Bildung. Doch sowohl gute Schul- als auch Berufsausbildungen sind eher selten auf dem Land aufzufinden. Daher gibt die Schneiderin Maria Elena Cruz (S. Foto Nr. 1-4 (Gruppenfotos), vorne, ganz links)  aus dem Tallercito Tipico Schneiderkurse in verschiedenen Kommunen außerhalb San Miguelitos.

Den Erfolg ihrer Arbeit präsentiert die Arbeitsgruppe in “La Peñòn”, zu der ich Maria Elena bereits mehrere Male begleitet habe. Diese stehen nämlich bereits am Ende ihrer Ausbildung, was aber auf keinen Fall das Ende der sich zusammengefunden Gruppe bedeuten soll! Die Frauen haben nämlich bereits Zukunftspläne. Denn durch die Schneiderei können sie nicht nur Kleidung für ihre Familie billiger herstellen sondern sich auch einen gewissen Verdienst sichern, indem sie auch für Andere aus “ La Peñòn” schneidern. Ein Beweis der Nachhaltigkeit des Projekts Tallercito Tipico. Doch nicht nur dies macht Maria Elena besonders stolz, denn sie hat auch noch ein weiteres Ziel erreicht: Selbstbewusstsein, Hoffnungen und Fähigkeiten der Frauen sind verbessert und gestärkt, sodass die Gruppe nun auf eigenen Füssen stehen kann. Als ob man ein Kind langsam seinen eigenen Weg gehen lässt.

Den Enthusiasmus der von mir besuchten Gruppe habe ich besonders im Anbetracht der dortigen Arbeitsverhältnisse bewundert, da sie beispielsweise nur mit nur zwei Nähmaschinen auskommen muss und nur ein Tisch und zwei kleine Bänke zur Verfügung stehen, sodass sich die Frauen in die dreckige und sicherlich unbequeme Erde knien müssen, um die Bänke als Arbeitsplatten benutzen zu können.

Deshalb habe ich auch als kleine Starthilfe 2 große Tische und 4 Bänke finanziert ( siehe Foto 5-8 + 10), denn obwohl das gesamte Projekt Tallercito Tipico einfach in vielerlei Bereichen eine Bereicherung für die Menschen in und um San Miguelito ist, gibt es kaum finanzielle Unterstützung von nationalen Budgets.

Hinweis auf Spendenmöglichkeiten, angaben vom verein?

Sollte man vielleicht auch noch angeben, dass der Platz fürs nächste Jahr noch frei ist und sich Interessierte auch beim Verein melden sollten.

Das Mitwirken in diesem Projekt bestimmt also unter anderem meinen Alltag hier in San Miguelito. Aber das ist natürlich längst noch nicht alles! Doch mehr dazu in meinen nächsten Berichten!

 

Sarah Distelkamp

 

Nachtrag:

Spenden unter Solidaridad e. V. Städtepartnerschaft Waltrop- San Miguelito

Sparkasse Vest Recklinghausen Kontonr.:0003282191 BLZ 42650150

 

Interessierte junge Leute für Weltwärts, die 2011 als Freiwillige sich melden möchten

wenden sich an den Verein Solidaridad, Inge Herb- Ogiermann, Nachtigallenweg 8, 45731 Waltrop, Tel. 02309/574226 oder unter der Homepage

www.solidaridad-ev.de

 


 

02.12. Ankunft in Managaua
In den ersten Wochen in Managua hab ich mich vor allem erstmal eingelebt und mir die Gruppe  son del pueblo und deren projekte angesehen. Da hier meiner Meinung nach alles schon sehr gut organisiert ist und auch wirklich gut läuft, habe ich hier nicht irgendwelche Kurse selbst angeboten, sondern nur bei Henry, der einen Kunstkurs leitet, in dem er mit Kinder aus Müll Skulpturen herstellt, mit im Kurs mitgeholfen. Auch habe ich gemerkt, dass mein spanisch zu schlecht ist, um solch einen Kurs selbst zu leiten, also habe ich Ali, der zur zeit arbeitsuchend ist, gefragt, ob er mir nicht Spanischunterricht geben könnte. So hatte er wenigstens für mehr als 2 Wochen einen Job und ich eine Aufpolierung meiner Spanischkenntnisse.
Weiterhin bin ich zu allen Tanz Aufführungen mitgekommen, die in dieser zeit stattfanden, was mir den Einblick ins Tanzprojekt erleichtert hat.
Auch habe ich einige der spenden einfließen lassen, z.B. in den Kunstkurs von Henry, damit er material besorgen kann ( material abgesehen von dem Müll natürlich, der liegt ja leider zur genüge auf der Straße rum), einem Ausflug des Kunstkurses in ein Kunstmuseum, die Reparatur des Fensters von Nireyda und dem Weihnachtsfest, welches ich ja schon in dem Zeitungsartikel beschrieben hatte.
Um ein wenig den Kulturaustausch zu fördern und natürlich weil ich jetzt schon ein wenig das gute essen in Deutschland vermisse, habe ich Kuchen gebacken und die Rezepte an Carlos weitergegeben, da alle sehr begeistert waren, vor allem von dem Apfelkuchen.
Auch habe ich die Anfangszeit genutzt, um mir etwas von dem Land, in dem ich ja nun die Nächsten 9 Monate verbringen werde, anzuschauen, damit ich dies nicht irgendwann mache, wenn ich mitten in einem Project stecke. Ich war in Granada, Masaya und auf Ometepe, wodurch mir Nicaragua jetzt schon ans herz gewachsen ist. Ein wirklich schönes Land hier 
Nun, nach 1 Monat und 3 Wochen, also am 21.01., bin ich also auf nach San Miguelito, wo mich nach einer echt anstrengenden circa 7 stündigen Fahrt ( in der ich mich nicht getraut habe in den pausen auszusteigen um die sanitären Anlagen aufzusuchen, da ich Angst hatte, der Bus führe mir vor der Nase weg; also ich denke man kann sich vorstellen, wie toll der ruckelige Weg mit einer vollen Blase war…) Frieda empfangen hat.
Ich bin jetzt fast 2 Wochen hier in San Miguelito und lebe bei Frieda. Mir gefällt San Miguelito besser als Managua, nicht, dass das an den Menschen liegen würde, in der Gruppe in Managua sind echt nette Leute und Roberto ja sowieso, das ist wirklich ein ganz lieber Mensch. Aber das Grosstadtleben ist nichts für jemanden, der Waltropfan ist.
Jedenfalls fahre ich ja jetzt schon wieder zurück nach Managua wegen des Seminars vom "nicanetz". Deshalb hatten Frieda und ich gedacht, dass ich die ersten 2 Wochen hier nutze um richtig anzukommen. Bis jetzt habe ich jeden tag mit Frieda im tallercito tipico gearbeitet, das macht mir auch wirklich Spaß, auch wenn natürlich alle wesentlich besser nähen als ich. Ich hab neben dem nähen auch die Gitter vor den Fenstern neu gestrichen und war mit einer Dame  unterwegs, die mehrere tage die Woche in verschiedene Orte außerhalb San Miguelitos fährt, um dort Gruppen von Frauen das nähen beizubringen. Das war wirklich sehr interessant , vor allem weil ich bis jetzt nur in ja noch relative reichen Familien zuhause war und ich wirklich erstmal schlucken musste, als ich dort ankam. Ich habe mich auch dann dafür entschieden, dieser Frauengruppe einen Tisch und 2 Bänke zu finanzieren, dass das nähen um einiges vereinfachen würde.
Einen Tag war ich hier auch schon an der Schule Christo Redentor, aber der Unterricht beginnt erst am Montag. Trotzdem waren an diesem Tag schon mal einige Kinder da, sodass ich sie schon mal kennenlernen konnte, denn ich würde gerne hier Englischunterricht geben, was die Lehrerin mit der ich gesprochen habe, sehr befürworten würde, da es wenige gute Englischlehrer hier gibt. Ob ich eine gute Englischlehrerin sein werde, weiß ich nicht, aber mir wurde gesagt, dass viele Englischlehrer hier nicht wirklich englisch sprechen können, und na das kann ich doch schon mal wenigstens. Ich habe mich auch mit einer freiwilligen aus der USA unterhalten, die ebenfalls hier in San Miguelito wohnt und arbeitet, und sie hat gesagt, sie hätte ganz viele Bücher zum unterrichten dabei, die ich mir gerne ausleihen könnte. Das hört sich doch schon mal gut an. Die arbeit mit Kindern ist mir ja schließlich auch nicht ganz fremd und ich habe schon einige gute Ideen für die Kids.

Ja, dass war's eigentlich soweit mit meinem kleinen bericht, ich denke, dass meiste steht drin.
Ich wollte mich in jedem Falle noch mal bedanken, dass der Verein mich und das Project weltwaerts so schön unterstützt 
Und was ich ebenfalls noch anmerken möchte, ist, dass meine “Mentoren” Frieda und Roberto wirklich sehr nette Menschen sind und ich froh bin, bei ihnen “gelandet” zu sein!

Ganz liebe Grüsse aus dem heißen Nicaragua!
Eure Sarah
 

 

 

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